Kunstecke

Ist das Kunst oder kann das weg?

Sprichwort

Dieses Sprichwort wird vor allem für abstrakte Kunst verwendet, bei der nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, das es sich überaupt um Kunst handelt. 1973 wurde versehentlich eine Installation einer Badewanne von Joseph Beuys im Museum Morsbroich zum Abwaschen von Geschirr verwendet. Im Jahr 1986 wurde dann ein Kunstwerk, das aus einem Fettfleck bestand, von einem Hausmeister weggeschrubbt. Auch dieses letzte Kunstwerk stammte von Joseph Beuys. Seit dieser Unfälle hat sich die Frage etabliert „Ist das Kunst oder kann das weg?“.

Auch in der Fotografie gibt es Bilder, bei denen man sich fragt: „Wieso hat der Fotograf das denn bitte fotografiert?“. Während der trüben Wintertage habe ich mich selbst an solchen Bildern versucht und dabei eine Menge über meine Kamera gelernt. Ich möchte mit diesem Blogeintrag eine neue Galerie einführen unter dem Titel „Kunstecke„. Dort werde ich alle Bilder sammeln, die ich keiner anderen Galerie zuordnen kann.

Sigma 17-70mm | 70mm
ISO 100 | f16 | 1,3 Sek.

Wie wäre es zum Besipiel mit einem leuchtenden Ei? Hast du schon mal überlegt ein Ei zu fotografieren? Ich ehrlich gesagt auch nicht, bis ich im Internet ein Bild gefunden habe, auf dem ein strahlendes Ei zu sehen ist. Also habe ich mir den Eierkarton aus meinem Kühlschrank geholt und jedes Ei mit einer Taschenlampe durchleuchtet. Dabei musste ich feststellen, dass dabei die unterschiedlichsten Muster zum Vorschein kommen. Das Ganze zu fotografieren, war allerdings etwas knifflig, da das Licht der Taschenlampe ja nicht am Ei vorbei scheinen sollte. Mein Vater hatte dann die Idee, einen kleinen Dichtungsring auf meine Handytaschenlampe zu legen und das Ei darauf zu platzieren. Das hat wunderbar funktionert.

Oder wie wäre es mit einem Stapel Eierschalen? Dazu habe ich die Schalen in der Restwärme des Ofens nach dem Backen getrocknet, sodass sie nicht mehr so schmierig waren. Übereinander gestapelt und auf einer kleinen Unterlegscheibe aufgestellt, geben sie ein tolles schwarzweiß Motiv ab. Beleuchtet habe ich das Ganze mit einer LED Tischlampe. Auch diese Idee habe ich im Internet gefunden und habe bei der Umsetzung viel über Licht und Schatten, ihre Wirkung im Bild sowie das manuelle Fokussieren gelernt. Meine Eierschalen waren braun und ich denke, dass es mit weißen Schalen noch etwas besser funktioniert hätte, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Sigma 17-70mm | 58mm
ISO 100 | f4.0 | 1/160 Sek.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f4.0 | 0,6 Sek.

Bleiben wir gleich mal bei Dingen, die man so im Haushalt hat. Mein Sigma-Objektiv besitzt einen Macrobereich, wodurch ich kleine Dinge groß abbilden kann. Kaffeebohnen geben ein schönes Motiv ab durch ihre unterschiedlichen Strukturen und Größen. So ein Bild könnte man sich auch in die Küche hängen oder als Bildschirmhintergrund verwenden. Beim Erstellen dieser Fotos habe ich eine Menge über die Blende meiner Kamera, den Fokus und das Spiel mit der Unschärfe gelernt.

Sigma 17-70mm | 25mm | ISO 100
f14 | 1/13 Sek.

Sigma 17-70mm | 31mm | ISO 100
f7.1 | 1/40 Sek.

Beim Stöbern im Internet findet man die interessantesten Ideen. Eine davon ist zum Beispiel die Skyline einer Schraubenstadt. Durch den Umzug vor knapp zwei Jahren habe ich eine ganze Kiste voller unterschiedlicher Schrauben und Muttern. Ich habe mich also an meinen Küchentisch gesetzt und auf meiner schwarzen Plaxiglasscheibe eine Schraube nach der anderen aufgestellt. Das war vielleicht eine Fummelarbeit! Die meisten Schrauben haben leider einen runden oder einen linsenförmigen Kopf, sodass sie nicht so stabil standen und bei jeder kleinsten Erschütterung umfielen. Das hatte leider auch häufig einen Dominoeffekt zufolge. Das Ergebnis kann sich aber definitiv sehen lassen. Die Plexiglasscheibe sorgt für die Spiegelung, die auf einem Bild einer Skyline durch einen Fluss oder See enstehen würde.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f3.2 | 1/25 Sek.

Wie wäre es zum Abschluss noch mit einem Spiel mit Farben? Auch in der Fotografie gelten die Regeln der Farbenlehre. Wie auch in der Malerei zieht ein Komplementärkontrast die Aufmerksamkeit auf sich und erzeugt ein spannendes Bild. Im Gegensatz dazu wirkt ein Bild mit ähnlichen Farben, die also auf dem Farbkreis näher zusammen liegen, harmonisch aber auch schnell langweilig.

Mehr Bilder aus der künstlerischen Ecke findest du hier: Kunstecke

Dockland

Anfang der Woche war ich mal wieder im Hamburger Hafen zum Fotografieren unterwegs. Ziel war das Bürogebäude „Dockland“ in Hamburg Altona. Das Bauwerk steht direkt an der Elbe und ist von drei Seiten mit Wasser umgeben, sodass es auch gut von der Nordseite der Elbe samt Spiegelung fotografiert werden kann. Ziel des Ausfluges waren eigentlich schöne Sonnenuntergangsfotos an einem frühlingshaften Februartag.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f7.1 | 1/320 Sek.

Das Gebäude steht am Kreuzfahrt-Terminal von Hamburg und wurde im Jahr 2006 eingeweiht. Entworfen hat es das Hamburger Büro BRT Architekten Bothe Richter Teherani. Es ähnelt äußerlich einem fahrenden Schiff und hat als Seitenfläche Parallelogramme mit 134m Länge und 25m Höhe. Es ist dazu 21m breit und besitzt im Inneren diagonal verlaufende Fahrstühle. Auch von der Fähre der Linie 62 kann dieses Gebäude bestaunt werden.

Sigma 17-70mm | 28mm | ISO 100 | f8.0 | 1/320 Sek.

Über zwei freiliegende Treppen ist das Dach der Öffentlichkeit als Aussichtsplattform zugänglich. Nach 136 Treppenstufen gelangt man auf die ca. 500 Quadratmeter große Dachterrasse und kann von dort einen tollen Blick auf den Hafen und die Elbe genießen. Direkt am Ufer befindet sich auch ein Fähranleger, an der die Linie 62 von ihrem Weg von den Landungsbrücken nach Finkenwerder regelmäßig hält. So kann man das interessante Gebäude auch bei einem kleinen Zwischenstopp besichtigen.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f4.5 | 1/320 Sek.

Den ganzen Tag über war der Himmel strahlend blau und mit 18 °C hätte es einen tollen Sonnenuntergang geben können. Leider zog der Himmel ab 16 Uhr immer weiter zu und wurde eintönig grau. Als die Sonne tiefer sank und hinter dem Wolkenschleier verschwand, färbte sich der ganze Himmel plötzlich in ein surreales, orangenes Licht. Später erfuhr ich, dass die Färbung durch Saharawinde begünstigt wurde, die an diesem Tag durch Hamburg wehten und eine Menge Sand mitbrachten. Durch diese Sandwinde konnte man die Sonne auch mit bloßem Auge betrachten und es ergab sich eine ganz besondere Lichtstimmung, die ein befreundeter Fotograf und ich gleich für ein paar Portäts nutzten.

Sigma 17-70mm | 21mm | ISO 100 | f3.2 | 1 Sek. | HDR

Als die blaue Stunde angebrochen war, hatte sich leider auch das Wasser komplett aus der Hafenbucht zurück gezogen. Dadurch konnte ich an diesem Abend keine besonders gute Spiegelung einfangen. Durch die grünlich leuchtenden Fenster und dem beleuchteten Hafen dahinter, ist das Dockland trotzdem ein sehr schönes Gebäude. Am Weg hinter dem Dockland grenzt ein etwa brusthoher Gitterzaun den Weg von der Elbe ab, der das Fotografieren in Richtung Hafen erschwert. Glücklicherweise ist hinter dem Zaun noch etwa eine halbe Meter dicke Kaimauer, auf der ich mein Stativ samt Kamera abstellen konnte.

Sigma 17-70mm | 21mm | ISO 100 | f3.2 | 2,5 Sek. | HDR

Durch die Position meines Stativ konnte ich einen flacheren Blickwinkel mit meiner Kamera einnehmen, ohne dass der Zaun im Bild auftauchte. Ich musste mich zwar dann beim Fotografieren mit den Armen über den Zaun hängen, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Durch die weitwinklige Aufnahme konnte ich sogar die Köhlbrandbrücke im rechten Teil noch mit auf das Foto bringen.

Sigma 17-70mm | 19mm | ISO 100 | f3.5 | 3,2 Sek.

Vordergrund macht Bild gesund.

Fotografie Sprichwort

Eine der ersten Lektionen, die man beim Fotografieren lernt, ist genau dieser Satz. Ein Foto wird interessanter, wenn es einen Vordergrund, Mittelpunkt und Hintergrund besitzt. Nach diesem Motto suche ich zu einem Motiv immer nach einem passenden Vordergrund. In diesem Fall konnte ich die alten Holzbohlen im Bild einbauen und dadurch dem Bild noch mehr Tiefe verleihen.

Auch wenn ich an diesem Abend weder einen tollen Sonnenuntergang noch eine tolle Spiegelung fotografieren konnte, bin ich sehr zufrieden mit den Bildern und hoffe, dass sie dir auch gefallen.

Mehr Fotos aus Hamburg findest du hier: Hamburg

Winterzauber: Ostsee

Ich habe am Wochenende auf Facebook tolle Bilder von den zugefrorenen Stegen an der Ostsee gesehen und einen Tipp bekommen, dass sie sich am Hundestrand in Travemünde befinden. Da die Temperaturen laut Wetterbericht in den nächsten Tagen ansteigen sollten, fuhr ich kurz entschlossen hin.

Obwohl die Sonne den ganzen Tag auf den Strand geschienen hatte, hingen noch eine Menge Zapfen an den Stegen. Es waren zwar weniger als auf den Fotos, die ich gesehen hatte, aber es sah trotzdem atemberaubend aus. Die Stege wirkten mit ihren Zapfenkleidern, wie aus einer anderen Welt.

Sigma 17-70mm | 34mm | ISO 640 | f6.3 | 1/2500 Sek.

Durch den langen Dauerfrost und die Stürme der vergangenen Woche, war der obere Kai komplett eingefroren und überall mit Eiszapfen behangen. Natürlich hatte ich auch dieses Mal meine Glaskugel parat. So ein Glaskugelfoto geht, meiner Meinung nach, irgendwie immer.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100
f5.0 | 1/640 Sek.

Sigma 17-70mm | 45mm | ISO 100
f6.3 | 1/250 Sek.

Kurz bevor die Sonne hinter den Bäumen am Strand verschwand und der ganze untere Steg im Schatten lag, konnte ich noch das Glitzern des Eises auf den Pfosten einfangen. Mir gefällt dieses Bild besonders gut, wegen der tollen Lichtstimmung, die die tiefstehende Sonne erzeugt.

Sigma 17-70mm | 34mm | ISO 100 | f7.1 | 1/50 Sek.

Auch wenn die Sonne hinter dem Strand und nicht über dem Meer unterging, gab es an dem Abend einen farbenfrohen Himmel über der Ostsee zu bestaunen. Durch ein paar blasse Wolken bekam der Himmel zusätzlich noch eine tolle Struktur. Leider ist mein Graufilter noch in der Post, sodass ich keine Langzeitbelichtung von dem Steg im Sonnenuntergang machen konnte.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f5.0 | 1/60 Sek.

Da ich trotz fehlenden Graufilters eine Langzeitbelichtung versuchen wollte, um die Ostsee schön glatt zu zeichnen, blieb ich auch nach Sonnenuntergang noch ein Weilchen am Strand. Es war eiskalt und der Wind nahm allmählich zu. Nach einer halben Stunde konnte ich endlich fünf Sekunden am Stück belichten, ohne dass mein Bild völlig ausbrannte. Die blaue Stunde hatte schon begonnen, sodass die Ostsee langsam in blauem Licht versank.

Sigma 17-70 | 49mm | ISO 100 | f22 | 5 Sek.

Für eine Aufnahme mit kleinerer Blende und längerer Belichtung hätte ich noch eine ganze Weile warten müssen. Da mir aber inzwischen sowohl meine Finger als auch meine Zehenspitzen fast eingefroren waren, fuhr ich nach Huase. Zum Glück hat das Auto sowohl eine Sitz- als auch eine Lenkradheizung!

Ich werde noch einmal an die Ostsee zurückkommen, wenn mein Graufilter angekommen ist. Dann werde ich erneut versuchen eine Langzeitbelichtung bei Sonnenuntergang aufzunehmen.

Weitere Bilder aus Schlesweig-Holstein findest du hier: Schleswig-Holstein

Elbbrücken

Neben der Köhlbrandbrücke gehören die Elbbrücken zu den bekanntesten Brücken in Hamburg. Sie verbinden die Stadtteile Veddel, Wilhelmsburg und Harburg mit dem restlichen Teil von Hamburg. Von 1884 bis 1887 wurde die erste Straßenbrücke über die Elbe mit einem filigranen Gerüst aus Linsenträgern als „Neue Elbbrücken“ errichtet. Zwischen 1928 und 1929 wurde dann eine vollwandige Version daneben gesetzt.

Diese vollwandige Version stellt heute das Mittelstück der Elbbrücken dar, und ist dem öffentlichen Nahverkehr vorbehalten. Von 1957 bis 1960 wurde die originale Elbbrücke abgerissen und die vollwandige auf beiden Seiten um die Fahrspuren für den Individualverkehr erweitert. Bei dieser Sanierung wurde die Brücke ebenfalls um 2,5m angehoben, um die benötigte Durchfahrtshöhe für die Schifffahrt zu gewährleisten.

Sigma 17-70mm | 23mm | ISO 100 | f16 | 2,0 Sek.

Um die Elbe bei Hamburg zu überwinden, gibt es drei bekannte Möglichkeiten: die Köhlbrandbrücke im Hafenbereich, den Elbtunnel im Westen von Hamburg und die Elbbrücken im Südosten. Alle zusammen bilden die letzten festen Querungen der Elbe, bevor diese in die Nordsee mündet.

Ich wohne nicht sehr weit von den Elbbrücken entfernt und als der Wind sich abends einmal legte, schnappte ich mir mein Fahrrad und meine Fotoausrüstung und fuhr in den Elbpark Entenwerder. Dieser liegt nur ein kleines Stück östlich der Elbbrücken.

Sigma 17-70mm | 31mm | ISO 100 | f5.0 | 1/5 Sek.

Im Frühling blühen auf Entenwerder viele Holundersträucher. Daher ist es für mich die Hauptanlaufstelle, um Holunderblüten für selbstgemachten Sirup zu sammeln. Im Spätsommer komme ich dann ebenfalls gerne her, um entweder die reifen Holunderbeeren zu pflücken oder an den unzähligen Brombeersträuchern am Elbufer ein paar Brombeeren zu ernten.

Da die Sträucher am Ufer im Sommer nicht gestutzt werden, ist es fast nicht möglich die Steine am Elbrand zu erreichen, um die Elbbrücken zu fotografieren. Im Winter liegen die Ufer aber frei, sodass man bis an das Wasser heran gehen kann. Als ich im Elbpark ankam, stand das Wasser noch bis zum gepflasterten Rand der Böschung, sodass ich vorsichtig sein musste, dass meine Kamera von den Fahrtwellen der Schiffe nicht nass wurde.

Sigma 17-70mm | 31mm | ISO 100 | f8.0 | 4,0 Sek.

Natürlich hatte ich auch wieder meine Glaskugel dabei. Ich musste eine Weile suchen, bis ich einen Stein gefunden hatte, von dem die Kugel nicht herunter rollte. Da ich an der schrägen Böschung stand und die Kugel ganz unten auf den Steinen lag, musste ich meine Kamera hängend zwischen den Beinen meines Stativs anbringen, sodass sie knapp über den Steinen schwebte.

Mit voranschreitender Dunkelheit zog sich auch das Wasser immer weiter zurück. Durch die Nähe zur Nordsee ist die Elbe in Hamburg den Gezeiten unterworfen. Für mich war das ein Glücksfall, da ich mit zunehmender Ebbe ein Stück weiter auf das Geröllfeld hinaus gehen und damit einen besseren Winkel für ein Foto durch die Glaskugel finden konnte.

Sigma 17-70mm | 41mm | ISO 400 | f8.0 | 20 Sek.

Während der letzten Wochen habe ich mir viele Videos zur Fotografie angeschaut und immer wieder von „Blendensternen“ gehört. Ein Blendenstern entsteht beim Lichteinfall von punktuellen Lichtquellen in eine geschlossene Kameralinse.

Bekannterweise muss, wenn der Lichteinfall in ein Objektiv verringert werden soll, die Blende weiter geschlossen werden. Damit schieben sich die Blendenlamellen übereinander. Diese Blendenlamellen sind für die Bildung der Blendensterne verantwortlich. Je weiter die Blende geschlossen ist, desto ausgeprägter wird der Blendenstern auf dem Foto abgebildet.

Sigma 17-70mm | 21mm | ISO 400 | f16 | 30 Sek.

Nach ein paar Versuchen gelang es mir, meine ersten eigenen Blendensterne festzuhalten. Die Lampen an der Elbbrücke bilden hierbei die punktuellen Lichtquellen. Eine Blende 16 ist schon ziemlich weit geschlossen, sodass die Blendensterne gut zu sehen sind.

Ich habe ebenfalls den Versuch unternommen, ein Panoramabild der Elbbrücken zu erstellen. Dabei habe ich meine Kamera auf meinem Stativ positioniert und mit den gleichen Einstellungen sechs nebeneinander liegende Bilder mit einer Überlappung von einem Drittel geschossen. Diese habe ich dann im Fotoprogramm (ich verwende Lightroom) zusammen gefügt.

Sigma 17-70mm | 52mm | ISO 200 | f16 | 30 Sek. | 6 Bilder

Auf dem Panorama ist schon der nächste Effekt zu sehen, den ich an diesem Abend einmal einfangen wollte: Die Lichtstreifen fahrender Autos. Durch längere Belichtungszeiten ist es möglich Lichtstreifen, oder Lichtzieher genannt, einzufangen, die dem Bild mehr Dynamik verleihen. Die Autos verschwinden in den Aufnahmen, sodass nur noch ihr Licht zu sehen ist.

Damit ich die Lichtzieher des Verkehrs besser einfangen konnte, bin ich auf die Brücke hochgefahren und habe einmal stadteinwärts und einmal stadtauswärts am Brückenende fotografiert. Da ich zum Feierabendverkehr an der Brücke war, hatte ich zwischenzeitlich das Problem, dass zu viele Autos durch das Bild gefahren sind und es damit viel zu hell geworden ist.

Auch Fahrradfahrer überqueren zu dieser Zeit die Brücke und ich musste feststellen, dass Fahrradlichter leider nicht so schön auf den Fotos zur Geltung kommen, da sie sehr zittrig aussehen. Es hat viele Versuche gebraucht, bis ich in beiden Richtungen ein paar Bilder aufgenommen hatte, mit denen ich zufrieden bin.

Stadteinwärts

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100
f8.0 | 13 Sek.

Stadtauswärts

Sigma 17-70mm | 23mm | ISO 320
f16 | 30 Sek.

Bei beiden Fotos hatte ich Glück, dass nicht nur Autos durch das Bild gefahren sind. Stadteinwärts fuhr gerade ein Bus durch die Mitte der Brücke und stadtauswärts hinterließ ein LKW mit seinen hohen Rücklichtern zusätzliche Streifen auf dem Bild.

Gut zu sehen ist auch hier das Phänomen der Blendensterne und der Einfluss der eingestellten Blende. Stadtauswärts ist die Blende weiter geschlossen und damit die Blendensterne viel ausgeprägter als stadtauswärts.

Wenn man genau hinschaut, sind auf dem Foto, das ich stadteinwärts fotografiert habe, ruckelige, gelbe Streifen zu erkennen. Diese habe ich erst zuhause auf meinem Laptop entdeckt, als ich mir meine Ausbeute angeschaut habe. Ich habe lange gerätselt, wie diese Streifen zu Stande gekommen sein könnten. Nach einer Weile ist mir dann aufgegangen, dass es sich dabei um die Lichtstreifen von Blinkern handeln muss.

An diesem Abend habe ich wieder eine Menge über Fotografie gelernt und werde auf jeden Fall weitere Versuche unternehmen, Lichtstreifen und Blendensterne einzufangen.

Weiter Bilder zu Hamburg findest du hier: Hamburg

Faszination Glaskugel

Für die Einen zeigt eine Glaskugel den Blick in die Zukunft, für die Anderen ist sie nur Dekoration. Für die Fotografie ist eine Glaskugel allerdings ein wunderbares Mittel, um die Welt buchstäblich Kopf stehen zu lassen.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f2.8 | 1/30 Sek.

Als ich mich auf die Suche nach Ideen für tolle Fotos im Winter begeben habe, fand ich hauptsächlich Fotos mit Schnee, Eis und Frost. Da alles drei bekanntlich eher selten bis gar nicht in Hamburg vorkommt und damit 90% aller Vorschläge ausfielen, musste ich weitersuchen.

Ich stieß auf Fotos mit Glaskugeln (engl. Lensball) und war sofort fasziniert. Mit diesen Kugeln kann man die Welt nicht nur auf den Kopf stellen, sondern auch große Gebäude oder Ansichten auf kleinstem Raum darstellen. Da ich dies schnell selbst ausprobieren wollte, bestellte ich mir eine 90mm Kugel mit einem stolzen Gewicht von 945g.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f2.8 | 1/60 Sek.

Mein erstes Ziel mit meiner neuen Glaskugel war der Elbstrand Övelgönne. Mit dem Fahrrad ging es also vor Sonnenuntergang zu den Landungsbrücken, von da mit der Fähre über die Elbe bis zum Fähranleger Övelgönne und dann noch ein kleines Stück Fußweg bis zum Strand.

Noch vor Sonnenuntergang konnte ich ein paar schöne Fotos schießen, die sich sowohl in Farbe als auch in schwarz-weiß sehen lassen können. Als Unterlage für die Kugel dienten mir verschiedene Baumstümpfe, die im Winter zurückgeschnitten am Elbufer stehen. Mit ihren vielen frei liegenden Astgabelungen bieten sie die perfekte Auflage für die Kugel.

Ich hatte Glück und konnte in der blauen Stunde die Lichter der gegenüberliegenden Kräne festhalten und so den typischen Effekt der Glaskugel perfekt einfangen.

Sigma 17-70 | 34mm | ISO 200 | f3,5 | 0,3 Sek.

Die optische Täuschung ist eine weitere Wirkung, die mit einer Glaskugel erzielt werden kann. Hierfür wird das fertige Bild einfach auf den Kopf gestellt, sodass das Motiv richtig herum dargestellt wird und der Hintergrund Kopf steht

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 200 | f4.0 | 0,3 Sek.

Ich liebe meine neue Glaskugel und freue mich darauf, sie auch an anderen Orten auszuprobieren. Am Elbstrand sind mir damit einige tolle Bilder gelungen und das waren die eingefrorenen Hände und Füße allemal wert!

Sigma 17-70mm | 53mm | ISO 200 | f4.0 | 1/60 Sek.

Weitere Bilder zur Glaskugel findest du hier: Glaskugel