Kunstecke: Rauch

Heute Abend habe ich mich mal wieder an ein kleines Fotoprojekt zuhause gesetzt. Dieses mal fiel die Wahl auf das Thema „Fotografieren von Rauch„. Diese Idee hatte ich im Internet einmal gesehen und fand die vorgestellten Fotos ganz nett. Da ich keine Räucherstäbchen besitze, habe ich für dieses Projekt Räucherkerzchen aus der Weihnachtskiste benutzt. Trotz stundenlangem Lüften riecht meine Küche immer noch danach!

Mann mit Hut

Sigma 17-70mm | 49mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

Dame mit Ansteckblumen

Sigma 17-70mm | 49mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

Ich habe mit je einem Blitz von links und von rechts durch den Nebel durchgeblitzt bei den Fotos, um den Rauch vor dem schwarzen Hintergrund sichtbar zu machen. Beim Durchsehen der Bilder war ich ganz erstaunt über die Formen, die der Rauch gebildet hatte. In manchen Rauchschwaden konnte ich sogar menschliche Profile erkennen. Als ich meinem Freund die Bilder gezeigt habe, hat er in dem rechten Bild einen Kugelfisch statt ein Frau erkannt und in dem linken eine Tänzerin statt eines Mannes mit Hut und Bart.

Dame mit langem Kleid

Sigma 17-70mm | 49 mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

Mädchen im Nebel

Sigma 17-70mm | 49mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

In diesen beiden Bildern hat mein Freund überhaupt nichts erkannt, obwohl die beiden Frauen für mich deutlich zu sehen sind. Das rechte Bild ist mein Lieblingsbild von diesem Tag. Ich sehe darin ein Mädchen mit langen Haaren, das von Nebel umhüllt wird.

Vielleicht siehst du auch etwas ganz anderes in den abgebildeten Rauchschwaden. Das ist ein wenig wie die Bilder im Kunstunterricht auf den man entweder das eine oder das andere gesehen hat. Da fällt mir zum Beispiel das Bild mit dem Hasen und der Ente ein. Wenn man eine Ente sieht, kann man den Hasen nicht erkennen, wenn man aber den Hasen sieht, ist die Ente nicht da. Diese Bilder sind eine Art von Vexierbildern, also mehrdeutige Bilder.

Weiter Bilder aus der Kunstecke findest du hier: Kunstecke

Kunstecke

Ist das Kunst oder kann das weg?

Sprichwort

Dieses Sprichwort wird vor allem für abstrakte Kunst verwendet, bei der nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, das es sich überaupt um Kunst handelt. 1973 wurde versehentlich eine Installation einer Badewanne von Joseph Beuys im Museum Morsbroich zum Abwaschen von Geschirr verwendet. Im Jahr 1986 wurde dann ein Kunstwerk, das aus einem Fettfleck bestand, von einem Hausmeister weggeschrubbt. Auch dieses letzte Kunstwerk stammte von Joseph Beuys. Seit dieser Unfälle hat sich die Frage etabliert „Ist das Kunst oder kann das weg?“.

Auch in der Fotografie gibt es Bilder, bei denen man sich fragt: „Wieso hat der Fotograf das denn bitte fotografiert?“. Während der trüben Wintertage habe ich mich selbst an solchen Bildern versucht und dabei eine Menge über meine Kamera gelernt. Ich möchte mit diesem Blogeintrag eine neue Galerie einführen unter dem Titel „Kunstecke„. Dort werde ich alle Bilder sammeln, die ich keiner anderen Galerie zuordnen kann.

Sigma 17-70mm | 70mm
ISO 100 | f16 | 1,3 Sek.

Wie wäre es zum Besipiel mit einem leuchtenden Ei? Hast du schon mal überlegt ein Ei zu fotografieren? Ich ehrlich gesagt auch nicht, bis ich im Internet ein Bild gefunden habe, auf dem ein strahlendes Ei zu sehen ist. Also habe ich mir den Eierkarton aus meinem Kühlschrank geholt und jedes Ei mit einer Taschenlampe durchleuchtet. Dabei musste ich feststellen, dass dabei die unterschiedlichsten Muster zum Vorschein kommen. Das Ganze zu fotografieren, war allerdings etwas knifflig, da das Licht der Taschenlampe ja nicht am Ei vorbei scheinen sollte. Mein Vater hatte dann die Idee, einen kleinen Dichtungsring auf meine Handytaschenlampe zu legen und das Ei darauf zu platzieren. Das hat wunderbar funktionert.

Oder wie wäre es mit einem Stapel Eierschalen? Dazu habe ich die Schalen in der Restwärme des Ofens nach dem Backen getrocknet, sodass sie nicht mehr so schmierig waren. Übereinander gestapelt und auf einer kleinen Unterlegscheibe aufgestellt, geben sie ein tolles schwarzweiß Motiv ab. Beleuchtet habe ich das Ganze mit einer LED Tischlampe. Auch diese Idee habe ich im Internet gefunden und habe bei der Umsetzung viel über Licht und Schatten, ihre Wirkung im Bild sowie das manuelle Fokussieren gelernt. Meine Eierschalen waren braun und ich denke, dass es mit weißen Schalen noch etwas besser funktioniert hätte, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Sigma 17-70mm | 58mm
ISO 100 | f4.0 | 1/160 Sek.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f4.0 | 0,6 Sek.

Bleiben wir gleich mal bei Dingen, die man so im Haushalt hat. Mein Sigma-Objektiv besitzt einen Macrobereich, wodurch ich kleine Dinge groß abbilden kann. Kaffeebohnen geben ein schönes Motiv ab durch ihre unterschiedlichen Strukturen und Größen. So ein Bild könnte man sich auch in die Küche hängen oder als Bildschirmhintergrund verwenden. Beim Erstellen dieser Fotos habe ich eine Menge über die Blende meiner Kamera, den Fokus und das Spiel mit der Unschärfe gelernt.

Sigma 17-70mm | 25mm | ISO 100
f14 | 1/13 Sek.

Sigma 17-70mm | 31mm | ISO 100
f7.1 | 1/40 Sek.

Beim Stöbern im Internet findet man die interessantesten Ideen. Eine davon ist zum Beispiel die Skyline einer Schraubenstadt. Durch den Umzug vor knapp zwei Jahren habe ich eine ganze Kiste voller unterschiedlicher Schrauben und Muttern. Ich habe mich also an meinen Küchentisch gesetzt und auf meiner schwarzen Plaxiglasscheibe eine Schraube nach der anderen aufgestellt. Das war vielleicht eine Fummelarbeit! Die meisten Schrauben haben leider einen runden oder einen linsenförmigen Kopf, sodass sie nicht so stabil standen und bei jeder kleinsten Erschütterung umfielen. Das hatte leider auch häufig einen Dominoeffekt zufolge. Das Ergebnis kann sich aber definitiv sehen lassen. Die Plexiglasscheibe sorgt für die Spiegelung, die auf einem Bild einer Skyline durch einen Fluss oder See enstehen würde.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f3.2 | 1/25 Sek.

Wie wäre es zum Abschluss noch mit einem Spiel mit Farben? Auch in der Fotografie gelten die Regeln der Farbenlehre. Wie auch in der Malerei zieht ein Komplementärkontrast die Aufmerksamkeit auf sich und erzeugt ein spannendes Bild. Im Gegensatz dazu wirkt ein Bild mit ähnlichen Farben, die also auf dem Farbkreis näher zusammen liegen, harmonisch aber auch schnell langweilig.

Mehr Bilder aus der künstlerischen Ecke findest du hier: Kunstecke