Splash: Milch

Es ist endlich Sommer und es gibt wieder Erdbeeren und Kirschen aus Deutschland zu kaufen. Als ich im Winter die Splashfotos mit dem Cocktailglas aufgenommen habe, hatte ich mir fest vorgenommen, das Ganze auch einmal mit Milch auszuprobieren. Dafür wollte ich allerdings Erdbeeren als Model haben, da diese thematisch besser mit Milch zusammen passen als Limetten.

Sigma 17-70mm | 45mm | ISO 400
f11 | 1/200 Sek.

Sigma 17-70mm | 63mm | ISO 320
f11 | 1/200 Sek.

Nach unzähligen Versuchen hatte ich es endlich geschafft, den Moment einzufangen, wenn die Erdbeere die Oberfläche der Milch trifft. In den meisten Fällen habe ich entweder zu früh oder viel zu spät abgedrückt. Ich hatte außerdem gar nicht bedacht, wie sehr das rumschmiert, wenn man mit Milch herumspritzt. Meine Küche musste ich danach erst einmal wischen.

Nachdem ich es im Glas endlich geschafft hatte, habe ich mich gleich an die nächste Idee gewagt und einen Löffel mit Milch gefüllt. Die erste Idee ihn einfach zwischen zwei Töpfe zu klemmen, ging nicht auf, da meine Löffel hinten alle leicht nach oben gewölbt sind. Deshalb musste ich eine abenteuerliche Konstruktion aus zwei Schraubzwingen, meiner Wasserwaage und der Küchenschublade bauen, um den Löffel im richtigen Winkel festzuhalten.

Sigma 17-70mm | 63mm | ISO 320
f11 | 1/200 Sek.

Sigma 17-70mm | 63mm | ISO 320
f11 | 1/200 Sek.

Als nächste Änderung habe ich den schwarzen Hintergrund durch einen blauen ersetzt um einen tollen Kontrast zur roten Erdbeere zu erzeugen. Leider habe ich es danach mit der Erdbeere nicht noch einmal geschafft, ein tolles Splashmuster zu erzeugen. Da aber gerade Sommer ist und ich Sommerfrüchte liebe, hatte ich ich auch Himbeeren und Kirschen im Kühlschrank.

Sowohl mit der Kirsche als auch mit der Himbeere hatte ich zuvor schon Versuche im Glas gestartet, war aber erfolglos geblieben. Sowohl die die Himbeere als auch die Kirsche sind zu leicht um im Glas einen tollen Splash zu erzeugen. Auf dem kleinen Löffel allerdings hat es bei beiden sehr gut funktioniert.

Mehr Splashfotos findest du hier: Kunstecke

Kunstecke: Rauch

Heute Abend habe ich mich mal wieder an ein kleines Fotoprojekt zuhause gesetzt. Dieses mal fiel die Wahl auf das Thema „Fotografieren von Rauch„. Diese Idee hatte ich im Internet einmal gesehen und fand die vorgestellten Fotos ganz nett. Da ich keine Räucherstäbchen besitze, habe ich für dieses Projekt Räucherkerzchen aus der Weihnachtskiste benutzt. Trotz stundenlangem Lüften riecht meine Küche immer noch danach!

Mann mit Hut

Sigma 17-70mm | 49mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

Dame mit Ansteckblumen

Sigma 17-70mm | 49mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

Ich habe mit je einem Blitz von links und von rechts durch den Nebel durchgeblitzt bei den Fotos, um den Rauch vor dem schwarzen Hintergrund sichtbar zu machen. Beim Durchsehen der Bilder war ich ganz erstaunt über die Formen, die der Rauch gebildet hatte. In manchen Rauchschwaden konnte ich sogar menschliche Profile erkennen. Als ich meinem Freund die Bilder gezeigt habe, hat er in dem rechten Bild einen Kugelfisch statt ein Frau erkannt und in dem linken eine Tänzerin statt eines Mannes mit Hut und Bart.

Dame mit langem Kleid

Sigma 17-70mm | 49 mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

Mädchen im Nebel

Sigma 17-70mm | 49mm | ISO 100
f11 | 1/125 Sek.

In diesen beiden Bildern hat mein Freund überhaupt nichts erkannt, obwohl die beiden Frauen für mich deutlich zu sehen sind. Das rechte Bild ist mein Lieblingsbild von diesem Tag. Ich sehe darin ein Mädchen mit langen Haaren, das von Nebel umhüllt wird.

Vielleicht siehst du auch etwas ganz anderes in den abgebildeten Rauchschwaden. Das ist ein wenig wie die Bilder im Kunstunterricht auf den man entweder das eine oder das andere gesehen hat. Da fällt mir zum Beispiel das Bild mit dem Hasen und der Ente ein. Wenn man eine Ente sieht, kann man den Hasen nicht erkennen, wenn man aber den Hasen sieht, ist die Ente nicht da. Diese Bilder sind eine Art von Vexierbildern, also mehrdeutige Bilder.

Weiter Bilder aus der Kunstecke findest du hier: Kunstecke

Lichtmalerei

Die erste Lektion, die man in jedem Kurs oder Video zur Fotografie bekommt ist: Das wichtigste Werkzeug des Fotografen ist das richtige Licht. Ein langweiliges Motiv kann mit dem richtigen Licht, spannend dargestellt werden. Wenn man sich das Wort Fotografie einmal genau anschaut, dann ergibt diese Lektion durchaus Sinn.

Fotografie: photós = Licht + graphein = zeichnen/malen
Also: Fotografie = mit Licht malen

Im Winter und Frühling gibt es häufig wenig Sonnenlicht, das für die Fotografie draußen genutzt werden kann. Es gibt aber auch genug Projekte, die sich mit wenig Licht schön umsetzen lassen. Ein paar dieser Projekte habe ich mir diesen Winter vorgenommen und ausprobiert.

Sigma 17-70mm | 53mm | ISO 100 | f5.6 | 30 Sek.

Für das erste Projekt brauchte ich eine alte Glühbirne mit Glühdraht und durchsichtigem Glas. Da es die nicht mehr zu kaufen gibt, habe ich herumgefragt, ob vielleicht noch jemand eine Ersatzbirne herumliegen hat und sie nicht mehr benötigt. Die Arbeitskollegin meiner Mutter hatte tatsächlich noch zwei Lampen auf Vorrat und überließ sie mir. Für das Foto habe ich die Glühbirne auf dem Tablet von meinem Freund platziert und als Untergrund ein selbstgemaltes Bild genommen. Durch diese Lichtgebung wirkt diese alte, gewöhnliche Glühbirne weniger gewöhnlich und langweilig.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100
f5.6 | 1/200 Sek.

Canon 15-45mm | 41mm | ISO 5000
f7.1 | 1/2500 Sek.

Eine weitere Möglichkeit mit Licht interessante Effekte zu erzielen, ist das Einfrieren von Flammen. Meistens wirken solche Bilder interessant, weil sie Momente darstellen, die mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind. Wir haben zwar alle schon einmal Streichhölzer angezündet, aber bis auf ein helles Licht und viel Rauch, ist dabei nicht viel zu erkennen. In einem Foto kann der Moment des Aufflammens eingefroren und für uns greifbar werden. Oder wie wäre es mit einem Lagerfeuer? Ein winziger Moment eines Feuers, malt sehr interessante Muster, die mit dem bloßen Auge nicht zu erfassen ist, aber auf einem Foto eingefangen werden kann.

Sigma 17-70mm | 34mm | ISO 100
f11 | 0,8 Sek.

Sigma 17-70mm | 53mm | ISO 100
f11 | 4,0 Sek.

Mit Wunderkerzen lassen sich tolle Bilder gestalten. Die herumfliegenden Funken malen auf jedem Foto und bei jeder Wunderkerze andere Muster. Im Gegensatz zu den Fotos mit Feuer, sind für Fotos mit Wunderkerzen längere Belichtungszeiten von Vorteil. Nur dann sind genug Funken auf dem Bild zu sehen. Für die dunklen Fotos habe ich spät abends alle externen Lichtquellen eliminiert, sodass einzig und alleine die Wunderkerze Licht auf den Sensor meiner Kamera bringt. So setzen sich die herumfliegenden Funken gut von der dunklen Umgebung ab.

Das Malen mit Licht ist eine eigene Kategorie in der Fotografie und nennt sich Lightpainting (englisch für Lichtmalerei). Es gibt noch viele andere Ideen, die sich mit dem Malen von Licht umsetzen lassen und ich freue mich auf weitere Projekte. Das spannende bei diesem Thema sind vor allem die Fotos, die dabei entstehen. Kein Foto sieht wie das andere aus, auch wenn die gleichen Einstellungen verwendet werden.

Weitere Bilder zum Thema Lichtmalerei findest du hier: Lightpainting

Kunstecke

Ist das Kunst oder kann das weg?

Sprichwort

Dieses Sprichwort wird vor allem für abstrakte Kunst verwendet, bei der nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, das es sich überaupt um Kunst handelt. 1973 wurde versehentlich eine Installation einer Badewanne von Joseph Beuys im Museum Morsbroich zum Abwaschen von Geschirr verwendet. Im Jahr 1986 wurde dann ein Kunstwerk, das aus einem Fettfleck bestand, von einem Hausmeister weggeschrubbt. Auch dieses letzte Kunstwerk stammte von Joseph Beuys. Seit dieser Unfälle hat sich die Frage etabliert „Ist das Kunst oder kann das weg?“.

Auch in der Fotografie gibt es Bilder, bei denen man sich fragt: „Wieso hat der Fotograf das denn bitte fotografiert?“. Während der trüben Wintertage habe ich mich selbst an solchen Bildern versucht und dabei eine Menge über meine Kamera gelernt. Ich möchte mit diesem Blogeintrag eine neue Galerie einführen unter dem Titel „Kunstecke„. Dort werde ich alle Bilder sammeln, die ich keiner anderen Galerie zuordnen kann.

Sigma 17-70mm | 70mm
ISO 100 | f16 | 1,3 Sek.

Wie wäre es zum Besipiel mit einem leuchtenden Ei? Hast du schon mal überlegt ein Ei zu fotografieren? Ich ehrlich gesagt auch nicht, bis ich im Internet ein Bild gefunden habe, auf dem ein strahlendes Ei zu sehen ist. Also habe ich mir den Eierkarton aus meinem Kühlschrank geholt und jedes Ei mit einer Taschenlampe durchleuchtet. Dabei musste ich feststellen, dass dabei die unterschiedlichsten Muster zum Vorschein kommen. Das Ganze zu fotografieren, war allerdings etwas knifflig, da das Licht der Taschenlampe ja nicht am Ei vorbei scheinen sollte. Mein Vater hatte dann die Idee, einen kleinen Dichtungsring auf meine Handytaschenlampe zu legen und das Ei darauf zu platzieren. Das hat wunderbar funktionert.

Oder wie wäre es mit einem Stapel Eierschalen? Dazu habe ich die Schalen in der Restwärme des Ofens nach dem Backen getrocknet, sodass sie nicht mehr so schmierig waren. Übereinander gestapelt und auf einer kleinen Unterlegscheibe aufgestellt, geben sie ein tolles schwarzweiß Motiv ab. Beleuchtet habe ich das Ganze mit einer LED Tischlampe. Auch diese Idee habe ich im Internet gefunden und habe bei der Umsetzung viel über Licht und Schatten, ihre Wirkung im Bild sowie das manuelle Fokussieren gelernt. Meine Eierschalen waren braun und ich denke, dass es mit weißen Schalen noch etwas besser funktioniert hätte, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Sigma 17-70mm | 58mm
ISO 100 | f4.0 | 1/160 Sek.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f4.0 | 0,6 Sek.

Bleiben wir gleich mal bei Dingen, die man so im Haushalt hat. Mein Sigma-Objektiv besitzt einen Macrobereich, wodurch ich kleine Dinge groß abbilden kann. Kaffeebohnen geben ein schönes Motiv ab durch ihre unterschiedlichen Strukturen und Größen. So ein Bild könnte man sich auch in die Küche hängen oder als Bildschirmhintergrund verwenden. Beim Erstellen dieser Fotos habe ich eine Menge über die Blende meiner Kamera, den Fokus und das Spiel mit der Unschärfe gelernt.

Sigma 17-70mm | 25mm | ISO 100
f14 | 1/13 Sek.

Sigma 17-70mm | 31mm | ISO 100
f7.1 | 1/40 Sek.

Beim Stöbern im Internet findet man die interessantesten Ideen. Eine davon ist zum Beispiel die Skyline einer Schraubenstadt. Durch den Umzug vor knapp zwei Jahren habe ich eine ganze Kiste voller unterschiedlicher Schrauben und Muttern. Ich habe mich also an meinen Küchentisch gesetzt und auf meiner schwarzen Plaxiglasscheibe eine Schraube nach der anderen aufgestellt. Das war vielleicht eine Fummelarbeit! Die meisten Schrauben haben leider einen runden oder einen linsenförmigen Kopf, sodass sie nicht so stabil standen und bei jeder kleinsten Erschütterung umfielen. Das hatte leider auch häufig einen Dominoeffekt zufolge. Das Ergebnis kann sich aber definitiv sehen lassen. Die Plexiglasscheibe sorgt für die Spiegelung, die auf einem Bild einer Skyline durch einen Fluss oder See enstehen würde.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f3.2 | 1/25 Sek.

Wie wäre es zum Abschluss noch mit einem Spiel mit Farben? Auch in der Fotografie gelten die Regeln der Farbenlehre. Wie auch in der Malerei zieht ein Komplementärkontrast die Aufmerksamkeit auf sich und erzeugt ein spannendes Bild. Im Gegensatz dazu wirkt ein Bild mit ähnlichen Farben, die also auf dem Farbkreis näher zusammen liegen, harmonisch aber auch schnell langweilig.

Mehr Bilder aus der künstlerischen Ecke findest du hier: Kunstecke