Dockland

Anfang der Woche war ich mal wieder im Hamburger Hafen zum Fotografieren unterwegs. Ziel war das Bürogebäude „Dockland“ in Hamburg Altona. Das Bauwerk steht direkt an der Elbe und ist von drei Seiten mit Wasser umgeben, sodass es auch gut von der Nordseite der Elbe samt Spiegelung fotografiert werden kann. Ziel des Ausfluges waren eigentlich schöne Sonnenuntergangsfotos an einem frühlingshaften Februartag.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f7.1 | 1/320 Sek.

Das Gebäude steht am Kreuzfahrt-Terminal von Hamburg und wurde im Jahr 2006 eingeweiht. Entworfen hat es das Hamburger Büro BRT Architekten Bothe Richter Teherani. Es ähnelt äußerlich einem fahrenden Schiff und hat als Seitenfläche Parallelogramme mit 134m Länge und 25m Höhe. Es ist dazu 21m breit und besitzt im Inneren diagonal verlaufende Fahrstühle. Auch von der Fähre der Linie 62 kann dieses Gebäude bestaunt werden.

Sigma 17-70mm | 28mm | ISO 100 | f8.0 | 1/320 Sek.

Über zwei freiliegende Treppen ist das Dach der Öffentlichkeit als Aussichtsplattform zugänglich. Nach 136 Treppenstufen gelangt man auf die ca. 500 Quadratmeter große Dachterrasse und kann von dort einen tollen Blick auf den Hafen und die Elbe genießen. Direkt am Ufer befindet sich auch ein Fähranleger, an der die Linie 62 von ihrem Weg von den Landungsbrücken nach Finkenwerder regelmäßig hält. So kann man das interessante Gebäude auch bei einem kleinen Zwischenstopp besichtigen.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f4.5 | 1/320 Sek.

Den ganzen Tag über war der Himmel strahlend blau und mit 18 °C hätte es einen tollen Sonnenuntergang geben können. Leider zog der Himmel ab 16 Uhr immer weiter zu und wurde eintönig grau. Als die Sonne tiefer sank und hinter dem Wolkenschleier verschwand, färbte sich der ganze Himmel plötzlich in ein surreales, orangenes Licht. Später erfuhr ich, dass die Färbung durch Saharawinde begünstigt wurde, die an diesem Tag durch Hamburg wehten und eine Menge Sand mitbrachten. Durch diese Sandwinde konnte man die Sonne auch mit bloßem Auge betrachten und es ergab sich eine ganz besondere Lichtstimmung, die ein befreundeter Fotograf und ich gleich für ein paar Portäts nutzten.

Sigma 17-70mm | 21mm | ISO 100 | f3.2 | 1 Sek. | HDR

Als die blaue Stunde angebrochen war, hatte sich leider auch das Wasser komplett aus der Hafenbucht zurück gezogen. Dadurch konnte ich an diesem Abend keine besonders gute Spiegelung einfangen. Durch die grünlich leuchtenden Fenster und dem beleuchteten Hafen dahinter, ist das Dockland trotzdem ein sehr schönes Gebäude. Am Weg hinter dem Dockland grenzt ein etwa brusthoher Gitterzaun den Weg von der Elbe ab, der das Fotografieren in Richtung Hafen erschwert. Glücklicherweise ist hinter dem Zaun noch etwa eine halbe Meter dicke Kaimauer, auf der ich mein Stativ samt Kamera abstellen konnte.

Sigma 17-70mm | 21mm | ISO 100 | f3.2 | 2,5 Sek. | HDR

Durch die Position meines Stativ konnte ich einen flacheren Blickwinkel mit meiner Kamera einnehmen, ohne dass der Zaun im Bild auftauchte. Ich musste mich zwar dann beim Fotografieren mit den Armen über den Zaun hängen, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Durch die weitwinklige Aufnahme konnte ich sogar die Köhlbrandbrücke im rechten Teil noch mit auf das Foto bringen.

Sigma 17-70mm | 19mm | ISO 100 | f3.5 | 3,2 Sek.

Vordergrund macht Bild gesund.

Fotografie Sprichwort

Eine der ersten Lektionen, die man beim Fotografieren lernt, ist genau dieser Satz. Ein Foto wird interessanter, wenn es einen Vordergrund, Mittelpunkt und Hintergrund besitzt. Nach diesem Motto suche ich zu einem Motiv immer nach einem passenden Vordergrund. In diesem Fall konnte ich die alten Holzbohlen im Bild einbauen und dadurch dem Bild noch mehr Tiefe verleihen.

Auch wenn ich an diesem Abend weder einen tollen Sonnenuntergang noch eine tolle Spiegelung fotografieren konnte, bin ich sehr zufrieden mit den Bildern und hoffe, dass sie dir auch gefallen.

Mehr Fotos aus Hamburg findest du hier: Hamburg

Faszination Glaskugel

Für die Einen zeigt eine Glaskugel den Blick in die Zukunft, für die Anderen ist sie nur Dekoration. Für die Fotografie ist eine Glaskugel allerdings ein wunderbares Mittel, um die Welt buchstäblich Kopf stehen zu lassen.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f2.8 | 1/30 Sek.

Als ich mich auf die Suche nach Ideen für tolle Fotos im Winter begeben habe, fand ich hauptsächlich Fotos mit Schnee, Eis und Frost. Da alles drei bekanntlich eher selten bis gar nicht in Hamburg vorkommt und damit 90% aller Vorschläge ausfielen, musste ich weitersuchen.

Ich stieß auf Fotos mit Glaskugeln (engl. Lensball) und war sofort fasziniert. Mit diesen Kugeln kann man die Welt nicht nur auf den Kopf stellen, sondern auch große Gebäude oder Ansichten auf kleinstem Raum darstellen. Da ich dies schnell selbst ausprobieren wollte, bestellte ich mir eine 90mm Kugel mit einem stolzen Gewicht von 945g.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f2.8 | 1/60 Sek.

Mein erstes Ziel mit meiner neuen Glaskugel war der Elbstrand Övelgönne. Mit dem Fahrrad ging es also vor Sonnenuntergang zu den Landungsbrücken, von da mit der Fähre über die Elbe bis zum Fähranleger Övelgönne und dann noch ein kleines Stück Fußweg bis zum Strand.

Noch vor Sonnenuntergang konnte ich ein paar schöne Fotos schießen, die sich sowohl in Farbe als auch in schwarz-weiß sehen lassen können. Als Unterlage für die Kugel dienten mir verschiedene Baumstümpfe, die im Winter zurückgeschnitten am Elbufer stehen. Mit ihren vielen frei liegenden Astgabelungen bieten sie die perfekte Auflage für die Kugel.

Ich hatte Glück und konnte in der blauen Stunde die Lichter der gegenüberliegenden Kräne festhalten und so den typischen Effekt der Glaskugel perfekt einfangen.

Sigma 17-70 | 34mm | ISO 200 | f3,5 | 0,3 Sek.

Die optische Täuschung ist eine weitere Wirkung, die mit einer Glaskugel erzielt werden kann. Hierfür wird das fertige Bild einfach auf den Kopf gestellt, sodass das Motiv richtig herum dargestellt wird und der Hintergrund Kopf steht

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 200 | f4.0 | 0,3 Sek.

Ich liebe meine neue Glaskugel und freue mich darauf, sie auch an anderen Orten auszuprobieren. Am Elbstrand sind mir damit einige tolle Bilder gelungen und das waren die eingefrorenen Hände und Füße allemal wert!

Sigma 17-70mm | 53mm | ISO 200 | f4.0 | 1/60 Sek.

Weitere Bilder zur Glaskugel findest du hier: Glaskugel

Köhlbrandbrücke

Die Köhlbrandbrücke ist eines der bekanntesten Hamburger Wahrzeichen und erstreckt sich über die Elbe von Wilhelmsburg bis zur A7.
1974 wurde die „Köhle“ eröffnet und ermöglicht seitdem täglich circa 35.000 Fahrzeugen den Weg über die Elbe. Zurzeit wird über die Stilllegung und sogar den Abriss der ikonischen Brücke nachgedacht, da 2030 die Brückenpfeiler erneuert werden müssten und die Sanierung nicht mehr wirtschaftlich sein wird.

Umso wichtiger ist es, das Wahrzeichen abzulichten bevor es der Vergangenheit angehört. Vom Fähranleger Neuhof hat man einen guten Blick auf die Brücke und kann tolle Fotos schießen. Das einzige Problem haben für mich die vorbeifahrenden Schiffe dargestellt. Die Fahrtwellen haben den Anleger so sehr zum Schaukeln gebracht, dass ein Großteil der Bilder unscharf geworden ist.

Köhlbrandbrücke

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f2.8 | 8 Sek.

Die Bilder stammen von meinem dritten Versuch die Brücke abzulichten. Beim ersten Versuch hatte ich als Objektiv ein Tamron 18-300mm dabei, dass ich zu dieser Zeit getestet habe. Allerdings haben mir die Bildergebnisse in der Dunkelheit nicht gefallen, sodass die Bilder fast alle unbrauchbar waren.
Leider habe ich beim ersten Versuch auch den Fehler gemacht, den Weg zum Fähranleger mit dem Fahrrad zurückzulegen. In der Dunkelheit Ende Oktober fühlten sich die knapp 12 km wesentlich länger an als sie eigentlich sind. Auf dem Rückweg hatte ich auch noch das Pech in leichten Nieselregen zu geraten.

Beim zweiten Versuch bin ich dann Anfang November mit dem Auto an den Anleger herangefahren. Dort angekommen musste ich leider noch vor dem ersten Foto feststellen, dass mein Kamerakku komplett leer war. Was habe ich mich geärgert, den Weg umsonst gemacht zu haben. Zwei Monate später habe ich dann zu Weihnachten zwei weitere Akkus geschenkt bekommen, sodass mir dieses Missgeschick hoffentlich nicht noch einmal passiert.

Sigma 17-70mm | 17mm | ISO 100 | f2.8 | 15 Sek.

Beim dritten Versuch Mitte November war ich dann vorbereitet und so ging es mit einem vollen Akku, meinem kleinen, flexiblen Stativ, einem Thermosbecher heißem Tee und meiner Kamera erneut zum Fähranleger Neuhof. An diesem Abend war ich nicht alleine dort. Drei weitere Fotografen standen schon am Fähranleger, um die „Köhle“ abzulichten.

Am Ende wurden die Bilder in Lightroom nur noch leicht angepasst. Da die Lichtverschmutzung im Hafen recht hoch ist und ein Großteil der Lampen ein gelbliches Licht abgibt, fängt die Kamera bei diesen langen Belichtungszeiten den klaren blauen Himmel eher rötlich ein als blau.

Mehr Fotos zu Hamburg findest du hier: Hamburg