Winterzauber: Seifenblasen

Wenn Seifenblasen im Sonnenlicht glitzern,
strahlen Kinderaugen mit dem Himmel um die Wette.

Dora Schweitzer

Was macht viele Menschen glücklich und von jetzt auf gleich wieder zu einem kleinen Kind? Richtig, es sind Seifenblasen. Ich kenne niemanden, der nicht fasziniert ist von einer vorbeischwebenden Seifenblase. Den meisten zaubert so eine schimmernde Blase sofort ein Lächeln ins Gesicht. Was gab es als Kind schöneres, als den herumwehenden Blasen hinterher zu rennen, um sie doch noch zu erwischen?

Doch auch für Erwachsene warten Seifenblasen mit einem unglaublichen Schauspiel auf. Bei starken Minusgraden und Windstille gefrieren Seifenblasen und bilden die unglaublichsten Muster. Ich habe eine Menge wunderschöner Fotos gesehen und wollte das vorherrschende Winterwetter ausnutzen, es selber zu probieren.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f8.0 | 1/15 Sek.

Da ich keine Seifenblasenflüssigkeit zuhause habe und durch die Ladenschließungen so schnell auch keine finden konnte, rührte ich mir meine Seifenlauge einfach selber an. Dazu mischte ich 50mL warmes Wasser mit 20mL Spülmittel und einem gehäuften Esslöffel Zucker. Ich hatte gelesen, dass der Zucker für eine stabilere Seifenblase sorgen würde.

Bei – 4°C und einem lauen Lüftchen ging ich also mit der Seifenlauge und meiner Kamera bewaffnet in den kleinen Park vor unserem Haus und startete den ersten Versuch. Leider habe ich festgestellt, dass – 4°C immer noch nicht kalt genug sind. Die Blase war zwar stabil, aber die wunderschönen Eiskristalle wollten sich einfach nicht bilden. Nur ein paar frisch gefallene Schneeflocken ließen sich auf der Seifenblase nieder.

Dank der frostigen Temperaturen entschied ich mich für eine ganze Woche Homeoffice, statt mit dem Fahrrad über die schlecht geräumten Wege ins Büro zu fahren. An einem wolkenlosen Morgen kurz nach dem Frühstück startete ich dann spontan einen weiteren Versuch. Ich ging auf meinen Balkon und setzte eine Seifenblase auf einen Balkonkasten mit ausgetriebenen Frühblühern. Keine Minute später konnte ich auch schon meine ersten Eiskristalle bewundern.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f8.0 | 1/6 Sek.

Zu diesem Zeitpunkt war die Sonne noch nicht einmal aufgegangen und die Temperaturen draußen lagen bei frostigen – 8°C. Angestachelt von dem Erfolg, baute ich meinen Balkon etwas um, damit ich meine Kamera samt Stativ in der richtigen Höhe vor dem Balkonkasten positionieren konnte.

Zusätzlich zu den eisigen Temperaturen war auch das Absetzen einer Seifenblase auf der Blumenerde eine Herausforderung. Für jede Seifenblase benötigte ich mehrere Anläufe, was manchmal ein wenig frustrierend war. Oft ist es mir passiert, dass sich die Blase zwar absetzen ließ, aber platzte, sobald ich ihr den Rücken zukehrte, um die Seifenlauge abzustellen. Die Mühe damit und die erfrorenen Finger deswegen waren die Bilder aber allemal wert!

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100
f14 | 1/4 Sek.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100
f14 | 1/10 Sek.

Je nachdem, an welcher Stelle die Seifenblase zuerst gefriert, bilden sich verschiedene Muster auf der Oberfläche. Gefriert sie vom Boden nach oben, sehen die Eiskristalle wie Farne aus (Bild links). Bilden sich die Eiskristalle zuerst auf der freiliegenden Oberfläche, nehmen sie der Form von Eisblumen an (Bild rechts). Alleine das Zusehen hat mich sehr fasziniert.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f10 | 1/100 Sek.

Als die Sonne sich über den Horizont erhob, veränderte ich meine Kameraposition um meine Seifenblase zu erleuchten. Dadurch ließen sich die Eiskristalle sogar noch besser erkennen. Ich wurde zunehmend mutiger und zerstörte die eine oder andere Seifenblase, bevor sie vollständig gefroren war, um die tolle Lichtstimmung der aufgehenden Sonne gut zu nutzen.

Eine Seifenblase gefror komplett und platzte selbständig, bevor ich nachhelfen konnte. Dabei musste ich feststellen, dass der Trick mit dem Zucker wirklich zu stabileren Blasen führt. Die Seifenblase platzte nicht einfach, sondern fiel langsam in sich zusammen und blieb als Häufchen Seifenlauge liegen.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f10 | 1/80 Sek.

Kurz bevor die Sonne zu hoch an den Himmel geklettert war, habe ich mein persönliches Lieblingsfoto geschossen. Die Seifenblase ist dabei noch nicht vollständig gefroren, sodass die einzelnen Kristalle deutlich zu erkennen sind. Die Sonne scheint mitten in die Blase hinein und gibt ihr das Aussehen einer glühenden Kristallkugel.

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 100 | f10 | 1/320 Sek.

Das ganze Fotoshooting dauerte ungefähr 45 Minuten und versüßte mir den ganzen Arbeitstag. Ich bin froh, dass der zweite Versuch so gut geklappt hat und kann dir nur empfehlen es einmal selber auszuprobieren. Wenn du nicht das Glück hast, den Sonnenaufgang in deiner Blase festhalten zu können, dann eignet sich am besten ein dunkler Hintergrund. Gegen den heben sich die gebildeten Eiskristalle gut ab und sind schön zu sehen.

Weitere Bilder zum Winter findest du hier: Winter

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