Sommerlaune: Makrofotografie
Jetzt ist schon August und der Sommer zeigt sich dieses Jahr nicht von seiner besten Seite, aber wenn Aufnahmen von weiten Landschaften gerade nicht machbar sind, dann muss man sich halt auf die kleinen Dinge konzentrieren. Ich habe mir vor ein paar Wochen einen Satz Makroringe zugelegt und habe mich bei meinen Eltern im Garten auf die Suche nach den kleinen Schätzen gemacht, um sie ganz groß rauszubringen.
Die Makrofotografie beschäftigt sich mit kleinen Dingen und Lebewesen. Von einem Makrofoto spricht man, wenn der Abbildungsmaßstab 1:1 gegeben ist. Das bedeutet, dass das abgebildete Insekt oder Objekt auf dem Kamerasensor genauso groß erscheint wie in der realen Welt. Bei einem Abbildungsmaßstab von 10:1 spricht man schon von Mikrofotografie, also einer Art mikroskopischen Vergrößerung.

Canon 50mm | ISO 400
f4.0 | 1/800 Sek.

Canon 50mm | ISO 400
f7.1 | 1/200 Sek.

Canon 50mm | ISO 400
f4.0 | 1/800 Sek.
Meine neuen Makroringe ermöglichen es mir, die maximale Naheinstellgrenze zu verringern. Die Naheinstellgrenze beschreibt den Abstand, bei dem die Kamera ein Objekt noch scharf gestellt bekommt. Die Makroringe werden dann zwischen den Kamerabody und das Objektiv geschraubt und entfernen so die Linse weiter vom Sensor. Dann kann ich mit der Kamera näher an das Objekt gehen und die Kamera kann trotzdem noch scharf stellen.
Ich habe für meine Fotos meine Festbrennweite von 50mm genommen, da mein Alltagsobjektiv, das Sigma 17-70mm, bereits eine Makrofunktion besitz mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2,8. Durch die Makroringe wurde der Fokusbereich in das Objektiv hereingeschoben, sodass die Kamera gar nicht mehr scharf stellen konnte.
Mit meiner Festbrennweite klappte das Ganze aber richtig gut. Zuerst habe ich mich an den unzähligen Blumen und Blüten im Garten meiner Eltern probiert. Die halten schön still und fliegen nicht weg. Ich hatte unterschätzt, wie schwierig das Finden des richtigen Abstandes ist, wenn man eine Blume groß abbilden möchte. Durch die Makroeinstellung ist der Fokusbereich, also der Bereich in dem die Kamera scharf stellen kann, geringer als zum Beispiel im Weitwinkel. Das es dazu noch etwas windig war und alles gewackelt hat, war alles noch einmal erschwert, aber ich bin sehr glücklich mit meinen Aufnahmen.

Canon 50mm | ISO 400 | f4.0 | 1/125 Sek.

Canon 50mm | ISO 6400 | f8.0 | 1/500 Sek.
Bei meinen Eltern waren zu meinem Besuch die Blaubeeren reif und weil ich die so gerne esse, habe ich mir regelmäßig eine Schüssel voll gepflückt. Dabei habe ich den kleinen Kerl auf der rechten Seite gefunden, der auf Augenhöhe zwischen den Büschen hing. Ich würde sagen, dass die kleine Spinne nicht größer als mein kleiner Fingernagel war und da sie so schön still gehalten hat, habe ich sie als erstes lebendes Objekt für die Makrofotos verwendet. Durch den geringen Fokusbereich ist es eine ganz schöne Sucherei, bis man bei dieser Vergrößerung die kleine Spinne findet. Sie war aber sehr geduldig mit mir und hat schön still gehalten!

Sigma 17-70mm | 70mm | ISO 1250
f8.0 | 1/1000 Sek.

Canon 50mm | ISO 1000 | f8.0 | 1/100 Sek.
Zwei weitere Kandidaten, die sich für mich in Pose geworfen haben, sind der wunderschöne C-Falter auf der linken und die Fliege auf der rechten Seite. Bei dem C-Falter, ja der heißt tatsächlich so, habe ich noch einmal mein Sigma-Objektiv ausprobiert und bin mit der Abbildungsleistung von 1:2,8 für den Alltagsgebrauch sehr zufrieden. Ich habe es später noch einmal mit einem Makroring zusammen mit der Festbrennweite versucht, aber ein Schmetterling ist dann doch zu groß, um ihn komplett abzubilden.
Die kleine Fliege hat sehr viel Geduld bewiesen und ist brav auf dem Haselnussblatt sitzen geblieben, während ich Foto um Foto geschossen habe und dabei stetig hoch und runter sowie hin und her gewandert bin. Mindestens fünf Minuten habe ich gebraucht um ein scharfes Foto hinzubekommen, obwohl die Fliege sich nicht bewegt hat. Ich bin auch bis auf 5cm an die Fliege rangegangen mit dem Objektiv, ohne dass sie geflüchtet ist.

Canon 50mm | ISO 400
f7.1 | 1/320 Sek.

Canon 50mm | ISO 800
f8.0 | 1/1000 Sek.

Canon 50mm | ISO 1000
f8.0 | 1/1000 Sek.
Als letztes habe ich mich noch an krabbelnde und fliegende Insekten getraut. Durch die vielen Blüten und Blumen gibt es im Garten meiner Eltern viele Käfer und Insekten zu entdecken. Die große Hummel auf dem Hummelbusch hat mich besonders fasziniert. Dadurch dass sie auf der Blüte unablässig herumgekrabbelt ist um an alle kleinen Blüten zugelangen, habe ich oft einfach nur ihren Popo auf dem Bild gehabt. Einmal ist sie mir fast gegen das Objektiv geflogen, wobei ich mich sehr erschrocken habe.
Bei der Kräuterspirale gab es unzählige Bienen und Hummeln zu beobachten, die sich an den kleinen Blüten des Oregano und des Basilikums gütlich getan haben. Bienen bleiben allerdings nicht lange an einer Blüte und so musste ich mich beeilen, sie nach der Landung im Bild zu finden, scharf zu stellen und abzudrücken. Auch hier habe ich viele Bienenhintern erwischt oder schon wieder leere Blumen fotografiert.
Zum Schluss habe ich mich noch auf die Jagd nach einer Schwebfliege auf einem Gänseblümchen gemacht. Das hatte ich zwischendurch immer wieder ausprobiert, aber die Schwebfliegen, sind noch schneller und kleiner als Bienen und mögen es gar nicht, wenn man sich zu schnell und von oben nähert. Nach unzähligen Versuchen hat es aber geklappt.
Mehr Fotos aus dem Sommer findest du hier: Sommer
